Reisebericht von Katrin Pletscher

Ankunft in Japan

Mit einer Fähre der New Camellia Line fahren meine Freundin und ich über Nacht von Busan in Südkorea nach Fukuoka im Süden Japans. Die Überfahrt verläuft recht ruhig, obwohl es draussen blitzt und stürmt und wir erreichen die Küste Japans am frühen nächsten Morgen. Bis wir von Bord des Schiffes können, ist es ca. 8 Uhr. Eine angenehme Zeit, um den neuen Tag zu starten.

Fukuoka liegt im Norden der südwestlichen Hauptinsel Kyūshū. Die Stadt ist bekannt für das leckere Streetfood. Das hiesige Nachtleben erfreut sich grosser Beliebtheit. Da wir beide das traditionelle Japan lieben, besuchen wir den Ohori Park. Hier befinden sich unter anderem ein japanischer Garten und die Ruinen der Burg Fukuoka. Wir geniessen die Ruhe und Idylle im Garten, welcher wunderschön gepflegt ist. Das Personal ist wie immer in Japan höflich und nett. Man fühlt sich sehr willkommen. Das ist einer der Gründe, wieso ich Japan immer wieder gerne besuche.

Wir reisen hauptsächlich mit dem ÖV, was in Japan eine sehr angenehme Art zu reisen ist. Für Zugfahrten haben wir einen Japan Rail Pass gekauft, so können wir das gesamte Bahnnetz der JR (Japan Railway) ohne weitere Kosten nutzen. Von Fukuoka aus machen wir spontan einen Tagesausflug nach Nagasaki. Dort besuchen wir den Peace Park und das Atombombenmuseum, eine sehr eindrückliche, aber auch traurige Erfahrung. 
Als Ergänzung zum Japan Rail Pass besorgen wir uns noch eine IC-Card. Es handelt sich dabei um eine wiederaufladbare Karte, die man als Metro- und Busfahrkarte sowie als Zahlungsmittel für Einkäufe in vielen Läden und sogar einigen Restaurants benutzen kann. Diese Karten können in ganz Japan benutzt werden und vereinfachen das Bezahlen enorm.

Wir fahren über einige Zwischenstopps nach Tokyo, wo meine Freundin den Rückflug antritt.

Ein gepflegter Zen Garten eines Tempels in Fukuoka
Im Tempel ist die Stimmung ruhig und friedlich.
Eine für Japan typische Shopping Arcade
Auch bei Regen sind die japanischen Gärten wunderschön.
Leckere Ramen in Fukuoka
Der Japan Rail Pass, der uns das Reisen mit dem Zug massiv vereinfacht hat.
Im Innern eines Shinkansen - sehr sauber und ruhig.
Für längere Zugfahrten kann man sich am Bahnhof eine kunstvoll angerichtete Bentobox kaufen und diese im Zug verzehren.
Meine IC-Card - sehr zu empfehlen, wenn man in Japan reist. Je nach Region sind andere Karten erhältlich (z.B. Pasmo, Suica, Icoca, Nimoca, etc.), die aber alle im gesamten Land verwendet werden können.
Die IC-Card können wir gleich für eine Tramfahrt verwenden, sehr praktisch!
Der Peace Park in Nagasaki
Eine Nachbildung der Atombombe «Fat Man» im Atombombenmuseum Nagasaki
Abendstimmung im Hafen von Nagasaki
Wir geniessen die wunderschönen Farben des Himmels, während die Sonne sinkt.
Meine Freundin und ich vor einem kleinen Tempel.
Der Bahnhof Tokyo Station
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Erste Eindrücke in Tokyo

Ich bleibe dieses Mal aber nicht lange allein. Mein Freund kann sich endlich wieder unserer Reise anschliessen. Gemeinsam verbringen wir einige Tage in Tokyo und warten auf unseren Kollegen aus der Schweiz, mit dem wir Japan drei Wochen lang zusammen bereisen werden. Da er das erste Mal nach Japan reist, haben wir die wichtigsten Stopps plus einige Überraschungen für ihn eingeplant.

Wir bleiben die ersten Tage in Tokyo. Da das Wetter im September immer noch sehr heiss ist, besuchen wir den Meiji-Schrein. Der Weg dorthin führt durch einen Wald mit grossen Bäumen, die kühlen Schatten spenden. Riesige Torii säumen den Kiesweg, der zum Schrein führt. In der Mitte des Waldes liegt der Hauptkomplex des Schreins, wo man dank zahlreicher Beschilderungen mehr über die traditionellen Shinto-Rituale lernen kann. 
Um einen Überblick über die riesige Metropole zu erhalten, bietet sich ein Besuch zum Tokyo Metropolitan Government Building South Observatory an. Es handelt sich hierbei um eine Aussichtsplattform im 45. Stock des Regierungsgebäudes. Im Gegensatz zum berühmten Toyko Skytree oder Tokyo Tower kann man hier gratis in die Höhe fahren um die fantastische Aussicht in alle Richtungen zu geniessen.

Wenn man in Tokyo ist, darf natürlich ein Ausflug in den Stadtteil Asakusa nicht fehlen. Hier ist es immer lebhaft und erinnert an ein Tokyo vergangener Zeiten, besonders in der Nähe des Senso-ji Tempels. Es gibt hier viele Händler, die traditionelles Handwerk anbieten. Wir greifen zu und kaufen uns zwei japanische Küchenmesser.
Ganz im Gegensatz dazu steht ein Abstecher nach Akihabara. Dort wird uns ein völlig anderes Bild von Tokyo gezeigt. Es wimmelt hier von Elektronikhändlern und riesigen Kaufhäusern, wo man unzählige Mangas, Animefiguren und Videospiele finden kann. Dazu kommen die lauten Arkaden und Spielhallen mit Greifautomaten, die immer gut besucht sind. 

Nach einigen Tagen geht es im Shinkansen weiter nach Kyoto, einer meiner Lieblingsorte in Japan. 

Auf dem Weg zum Meiji-Schrein in Tokyo läuft man an diesen Sakefässern vorbei, die dem Schrein gespendet wurden.
Gesäumt wird der Weg zum Schrein von riesigen Torii.
Die gewaltigen Bäume vor dem Schrein sind sehr beeindruckend.
Mir gefallen besonders die schlicht gehaltenen Verzierungen des Tempels.
In den grossen Parks von Tokyo vergisst man teilweise, dass man sich immer noch in einer Metropole befindet.
Das Observationsdeck im 45. Stock des Regierungsgebäudes
Von hier aus hat man eine fantastische Übersicht über die Stadt. Bei klarer Sicht sieht man sogar den Fuji!
Auch von der Strasse aus ist das Gebäude beeindruckend.
Asakusa zieht Touristen in Strömen an, auch an heissen Tagen.
Von Asakusa aus hat man freie Sicht auf den Tokyo Skytree.
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Kyoto und Umgebung – Teil 1

Nach einer etwa zweistündigen Zugfahrt im Shinkansen, welche wir mit dem Verzehr einer leckeren Bentobox überbrücken, kommen wir in Kyoto an. Ich fühle mich sofort wohl hier, denn ich liebe die Atmosphäre und die traditionellen Gebäude von Kyoto. Es gibt hier unendlich viel anzusehen. Die Nähe zu anderen Städten wie Osaka, Nara oder Kobe macht die Stadt zu einem guten Ausgangspunkt für etliche Ausflüge. Am Abend schlendern wir nach Gion – das Geisha-Viertel von Kyoto.

Als erstes Ausflugsziel machen wir uns auf zu den Universal Studios in Osaka. Hier bestaunen wir das Schloss Hogwarts sowie das Supermarioland, welche beide mit viel Liebe zum Detail gebaut wurden. Auch für (jung gebliebene?) Erwachsene gibt es hier sehr viel zu sehen und  zu tun. Wir sind den ganzen Tag beschäftigt und überwältigt von den Eindrücken. Abends besuchen wir noch kurz das Unterhaltungsviertel Dotonbori in Osaka. Ein Foto vom berühmten Glico-Läufer ist wie bei jedem Besuch hier obligatorisch.
 
In Kyoto selber wollen wir auch einige der Tempel besichtigen. Wir wählen für den Besuch des Kiyomizu-dera-Tempels den Tag, an dem das Seiryu-e Festival stattfindet, also das Blue Dragon Festival. Das Fest ist dem blauen Drachen des Ostens gewidmet, einem der vier himmlischen Wächtergöttern, die Kyoto beschützen. Der feierliche Umzug, mit der 18 Meter langen Drachenfigur und den begleitenden Mönchen und Wächtern, ist ein eindrückliches Ereignis. Vom Kiyomizu-dera führen schmale Gässchen, gesäumt von etlichen Verkaufsständen und Läden im traditionellen Baustil wieder den Hügel hinab. 
Ich empfehle den Fushimi Inari Taisha am Abend zu besuchen. Besonders bekannt sind die mit tausenden, orangefarbenen Torii geschmückten Wege den Hügel hinauf. Von oben hat man eine fantastische Aussicht über die Stadt, welche in der Abenddämmerung wunderschön ist. Am Abend befinden sich deutlich weniger Leute auf der Anlage und es ist weniger heiss. Jedoch muss man sich gegen Mücken einsprühen, sonst wird der Aufstieg eine Qual.

Für mich ein klassisches Bild von Kyoto - von der Brücke über den Kamo-Fluss aus mit den Restaurants am linken Flussufer.
In den Universal Studios Osaka tauchen wir in die Welt von Harry Potter ein.
Selbst die Miniaturausgabe von Hogwarts ist gewaltig. Im Innern befindet sich eine Achterbahn.
In der Welt von Supermario gefällt es uns auch sehr gut. Man hat das Gefühl, als sei man in einem Videospiel.
Interessant ist, dass sich mehr Erwachsene als Kinder im Park befinden!
Auch den Minions wird ein Teil des Parks gewidmet.
Osaka by night mit dem Glico-Läufer im Hintergrund
Auf dem Weg zum Kiyomizu-dera Tempel - es hat an diesem Tag unglaublich viele Menschen hier.
Ema sind kleine bemalte Holztäfelchen auf denen Bitten und Wünsche an die Gottheiten geschrieben und dann im Tempel aufgehängt werden.
Der Kiyomizu-dera Tempel
Von der hölzernen Terrasse des Tempels aus beobachten wir den Umzug des blauen Drachen.
Später führt der Umzug durch die Gässchen um den Tempel herum.
Immer wieder wendet sich der Drache dem Publikum zu.
Nach dem Umzug ist es wieder etwas ruhiger, ich geniesse das Schlendern durch die hübschen Gässchen.
Es gibt vieles zu sehen und zu kaufen. Als Abkühlung kann man sich ein Getränk, ein Eis oder eine erfrischende Gurke in einem der vielen kleinen Shops holen.
In Kyoto gibt es dutzende Tempel und Schreine.
Diese Tafel an einem Bahnhof der Keihan-Linie zeigt, an welchem Stopp man zu welcher Sehenswürdigkeit kommt.
Gegen Abend besuchen wir den Fushimi Inari Taisha.
Bereits am Anfang steht ein oranges Torii. Zu beiden Seiten steht eine Fuchsstatue, welche die Göttin Inari verkörpern. Sie ist die Göttin der Fruchtbarkeit, des Reises und der Füchse.
In der Abenddämmerung ist es weniger heiss als tagsüber, was den Aufstieg etwas angenehmer macht.
Wir sehen viele Menschen in Yukatas und Kimonos auf dem Weg hinauf.
Die orangen Toriis sind ein beliebtes Fotosujet für Touristen.
Auf dem ganzen Hügel gibt es immer wieder kleine Schreine, die Inari gewidmet sind.
Wir geniessen die fantastische Aussicht von oben über die Stadt Kyoto.
Zum Abschluss des Tages gibt es ein günstiges, aber sehr leckeres Essen. Das Set kostet weniger als 5 CHF.
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Kyoto und Umgebung – Teil 2

Unser nächstes Ausflugsziel ist Nara. Nara ist unter anderem für die Sikahirsche bekannt, welche frei im Park herumlaufen. Wir kaufen uns an einem der zahlreichen Stände Futter für die Hirsche und machen uns daran, diese zu füttern. Daran haben sowohl Tier als auch Mensch viel Freude. Es kann aber vorkommen, dass die Hirsche etwas aggressiver Nahrung fordern oder an den Kleidern knabbern. Daher ist es ratsam, das Futter zu verstecken und immer einzelne Tiere zu füttern. Da wir in Nara sind, besuchen wir den wunderschönen buddhistischen Tempel Todai-ji. Dessen Haupthalle ist das grösste, rein aus Holz gebaute Gebäude der Welt. Im Innern befinden sich riesige, eindrückliche Buddhastatuen.

Zurück in Kyoto fahren wir aufs Land zum japanischen Schwertschmied Masahiro. Bei ihm haben wir einen Workshop besucht, wo wir mehr über die Macharten der japanischen Schwerter (Katana) erfahren. Zudem dürfen wir selbst Hand anlegen und ein Messer schmieden. Mithilfe einer Übersetzerin überwinden wir die sprachliche Hürde und lernen viel über das Katana. Anhand der Form, Länge und der Härtelinie (Hamon) des Schwertes kann man bestimmen, aus welcher Zeit und an welchem Ort dieses hergestellt wurde. Bei den neuzeitlich hergestellten Schwertern spielen diese Faktoren jedoch keine Rolle mehr.
Anschliessend geht es in die Schmiede. Die Demonstration vom Meister höchstpersönlich sieht sehr einfach und simpel aus. Beim eigenen Versuch merken wir aber, dass diese Arbeit sehr hart ist und viel Finesse erfordert. Einige von uns schlagen mit dem Hammer zu fest und plätten das Metall zu stark. Andere setzen zu wenig Kraft ein und bewirken nichts mit ihren Schlägen. Zum Glück greift uns nach einer Weile Schwertschmied Masahiro unter die Arme und formt unsere unbeholfenen Versuche mit wenigen Handgriffen zu eleganten Messern. Der Workshop ist eine grossartige, lehrreiche Erfahrung und als Souvenir kann man das selbst geschmiedete Messer mit nach Hause nehmen.

Wenn man in Kyoto ist, sollte man unbedingt einen Besuch nach Arashiyama einplanen. Dieser Bezirk am westlichen Stadtrand von Kyoto bietet landschaftliche Schönheit und historische Tempel. Durch den weltberühmten Bambushain zu spazieren ist ein spezielles Erlebnis. Man kann auch dem Fluss entlang flanieren, die hölzerne Togetsukyo-Brücke überqueren und in den vielen Shops nach Souvenirs stöbern. Der Tenryuji Tempel ist immer einen Besuch wert, sein Garten zählt zu den schönsten in Kyoto.
 
Von Kyoto aus unternehmen wir noch einen letzten Ausflug nach Himeji, bevor wir weiterziehen. Himeji ist vor allem bekannt für die wunderschöne weisse Burg, welche zu den nationalen Kulturschätzen Japans gehört. Zur Burg gehören ein Garten und ein interessanter Wehrgang, wo man mehr über die früheren Bewohner der Burg erfährt. Die Burg selbst kann man von Innen besichtigen. Im Gegensatz zu anderen Burgen in Japan hat sie aber keine Innenausstattung. Man betritt die Burg barfuss und kann so die angenehm kühlen Holzböden schätzen. 
Gleich neben der Burganlage gibt es den japanischen Garten Koko-en, den man unbedingt besuchen sollte, wenn man nach Himeji fährt. Es ist ein kleiner, in 9 Bereiche unterteilter Garten, die alle ein unterschiedliches Thema zeigen. So gibt es einen Bambusgarten, einen Kieferngarten, ein Garten mit Hügel und Teich, ein Teehaus, etc. 
Auf der Rückfahrt nach Kyoto stoppen wir in Kobe, um das berühmte Kobe-Beef zu probieren. Wir entscheiden uns für ein Teppanyaki-Restaurant und haben Glück, dass wir ohne Reservation spontan noch drei Sitzplätze bekommen. Das Essen ist ein kulinarisches Erlebnis, unser Koch serviert uns immer wieder kleine, köstliche Häppchen. Das Kobe-Beef ist butterzart und dank des hohen Fettgehalts sehr schmackhaft. 

Die Hirsche zu füttern, gehört zu einem Ausfug nach Nara einfach dazu.
Das beeindruckende Holztor, welches zum buddhistischen Tempel Todai-ji führt.
Der Todai-ji Tempel von aussen.
Im Innern befinden sich mehrere, riesige buddhistische Statuen.
Am Abend probieren wir Yakiniku, ein Barbeque auf japanische Art. Das Fleisch und die verschiedenen Beilagen dazu waren allesamt sehr lecker.
Das idyllische Dorf wo Schwertschmied Masahiro wohnt und arbeitet.
Zusammen mit der Übersetzerin erklärt uns Masahiro die verschiedenen Formen und Typen der Schwertklingen.
Der Schwertschmied in seinem Element.
Unter Masahiros Anweisungen dürfen wir selber Hand anlegen.
Die fertig geschmiedeten Klingen werden mit Schlamm bedeckt, um ihnen Härtelinien zu geben.
Das Resultat unserer harten Arbeit.
In Arashiyama gibt es zahlreiche Tempel und Schreine.
Der wunderschöne Bambushain gehört zu den Hauptattraktionen in Arashiyama.
Ich liebe es, in Arashiyama dem Fluss entlang zu laufen.
Es ist meiner Meinung nach immer wert, einen Ausflug nach Himeji einzuplanen, um die weisse Burg zu bewundern.
Die Anlage um die Burg herum ist riesig, man kann hier sicher 2-3 Stunden verbringen.
Direkt neben der Burganlage liegt der wunderschöne Koko-en Garten.
Am Koko-en Garten gefällt mir besonders gut, dass man die verschiedenen Stile der japanischen Gärten zusammengefasst in einem einzigen Garten bewundern kann.
Auf dem Rückweg von Himeji nach Kyoto legen wir einen Stopp in Kobe ein.
Die Chinatown hier bietet viele chinesische Speisen zum Probieren.
Unser Ziel für diesen Stopp ist aber, das weltberühmte Kobe-Beef zu probieren. Wir besuchen dazu ein Teppanyaki-Restaurant.
Das butterzarte Fleisch wird zusammen mit den übrigen Zutaten liebevoll vor unseren Augen zubereitet und in kleinen schmackhaften Häppchen serviert.
01 / 22

Kyūshū, die südwestliche Hauptinsel

Nach unseren Abenteuern in der Region um Kyoto setzen wir unsere Reise in den Süden fort. Unser nächstes Ziel ist Fukuoka, wo wir ein Auto mieten. Das ist in Japan überraschend einfach, solange man gut vorbereitet ist. Wichtig zu wissen: Der internationale Führerschein der Schweiz wird hier nicht anerkannt. Deshalb lassen wir uns im Vorfeld eine japanische Übersetzung anfertigen, am besten über die Japan Automobile Federation (JAF), die diesen Service online anbietet.

Mit dem Auto fahren wir durch die ländlichen Gebiete in Richtung Vulkan Aso, der majestätisch in der Mitte der Insel Kyushu liegt. Das Fahren auf der linken Seite stellt sich als unproblematisch heraus, da die Japaner sehr rücksichtsvoll und defensiv unterwegs sind. Während wir durch die schöne Natur der Insel fahren, merken wir, wie das Wetter kühler und regnerischer wird, je tiefer wir in die Berge kommen – eine willkommene Abkühlung, da unser Ziel ein abgelegenes Ryokan tief im Wald ist. Dort freuen wir uns auf ein entspannendes Bad in den heissen Quellen.

Im Ryokan angekommen, werden wir freundlich empfangen und zu unserem wunderschön eingerichteten, traditionellen Zimmer geführt. Der Boden ist mit Tatami-Matten ausgelegt, und es gibt keine Betten im Zimmer. Wir ziehen uns die bereitgelegten Yukatas an und tauchen ins wohltuende, heisse Wasser der Onsen ein – ein perfekter Abschluss eines erlebnisreichen Tages. Zum Abendessen wird uns ein wahres Festmahl serviert, das wir in vollen Zügen geniessen. Während wir noch im Restaurant schmausen, werden in unserem Zimmer die Futons für die Nacht vorbereitet.

Am nächsten Morgen müssen wir uns leider schon wieder von diesem friedlichen Ort verabschieden. Unser Weg führt uns weiter zum Vulkan Aso, der sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar ist. Am Bahnhof im Tal kommen wir zufällig genau dann an, als eine Dampflokomotive einfährt – ein nostalgischer Moment! Die Fahrt hinauf zum Krater führt uns durch eine malerische Hochebene mit grasenden Kühen und Pferden. Oben angekommen, spazieren wir entlang des noch aktiven Kraters und blicken in den dampfenden Schlund des Vulkans. Die spürbare Kraft der Natur hinterlässt bei uns einen tiefen Eindruck. 

Nach diesen Erlebnissen geht es für uns zurück nach Fukuoka, wo wir unser Mietauto abgeben. Noch am selben Abend steigen wir in den Shinkansen und fahren nach Kagoshima, eine charmante Hafenstadt im Süden der Insel Kyushu. Bei klarem Wetter eröffnet sich hier ein beeindruckender Blick auf den Vulkan Sakurajima – die «Kirschblüteninsel» – die sich majestätisch in der Kinko-Bucht erhebt. Mit der Fähre setzen wir zum aktiven Vulkan über, wo wir die kleine Insel zu Fuss und mit dem lokalen Bus erkunden. Die vulkanische Landschaft und die Nähe zu diesem Naturphänomen machen diesen Ausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Unser nächster Halt ist Kumamoto, wo wir die berühmte schwarze Burg besuchen möchten. Nachdem wir bereits die weisse Burg von Himeji bewundert haben, sind wir gespannt auf diesen Kontrast. Die Burg von Kumamoto wurde beim Erdbeben 2016 teilweise zerstört, aber die Wiederaufbauarbeiten sind in vollem Gange. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Burg Stück für Stück wiederhergestellt wird. Das Innere der Burg ist bereits vollständig renoviert, und wir finden dort eine spannende Ausstellung über die Bauweise der Burg, inklusive eines riesigen, detaillierten Modells. Mit einer herunterladbaren App können wir die gesamte Ausstellung auf unserem Handy mit einem englischen Audioguide und Übersetzungen verfolgen – eine grossartige Möglichkeit, die Geschichte der Burg besser zu verstehen.

Unsere Reise zu dritt durch Japan neigt sich nun dem Ende zu, und wir machen uns wieder auf den Weg zurück nach Tokyo.
 

Bei einem Besuch in Fukuoka gehört ein Abstecher in ein Restaurant der berühmten Kette Ichiran Ramen dazu - sehr lecker! Ichiran Ramen unterscheidet sich deutlich von den meisten anderen Ramen-Restaurants durch das Angebot eines sogenannten «Solo-Dining»-Erlebnisses.
Auch das Dessert, ein Mandeltofu-Pudding mit Matcha-Sauce ist sehr empfehlenswert.
Auf dem Weg in die Berge spürt man den Wetterumschwung, es wird kühler und regnerischer.
Überall gibt es Beweise von vulkanischen Aktivitäten, oft riecht es nach Schwefel.
Unser Zimmer im idyllischen Ryokan im Wald
Im Yukata mache ich mich auf den Weg zum Onsen.
Das Frauenbad ist sehr schön gestaltet und ich tauche ganz allein in das heisse Wasser ein.
Nach dem heissen Bad werden wir mit Delikatessen aus lokalen und saisonalen Zutaten verwöhnt.
Der gebratene Fisch ist sehr schmackhaft.
Das Dessert ist klein, aber fein.
Mir gefällt die mystische Stimmung des Ryokan, man fühlt sich in eine andere Welt versetzt.
Blick auf das Aso-Tal
Im Bahnhof Aso fährt eine Dampflokomotive ein.
Als grosser One Piece-Fan will ich möglichst viele der Statuen finden, die in der Präfektur Kumomoto verstreut sind.
Von der Hochebene aus sieht man bereits den rauchenden Vulkan Aso.
Oben beim Krater wird sehr auf die Sicherheit geachtet.
Es gibt überall kleine Schutzbunker für den Fall, dass etwas vom Vulkan ausgespien wird.
Es ist sehr eindrücklich, oben am Kraterrand zu stehen.
Die verschiedenen Farben des Gesteins sind sehr interessant. Auf den allgegenwärtigen Geruch von Schwefel könnte ich verzichten.
Hier sieht man die Auswirkungen des Vulkans, das Metallgitter ist verrostet und korrodiert und durch einen Steinbrocken zerstört.
Ein Spaziergang beim Vulkan ist sehr lohnenswert, die Aussicht ist fantastisch.
Mit der Fähre geht es zum Vulkan Sakurajima bei Kagoshima.
Die Vulkaninsel weist interessante Gesteinsformen auf.
Von diesem Aussichtspunkt aus hätte man eine tolle Sicht auf den Vulkan, der sich gerade hinter einer Aschewolke versteckt.
Auf der Rückfahrt in die Stadt zeigt sich der Vulkan dann doch noch.
Die Schaufenster in Japan sind meist sehr kunstvoll eingerichtet.
Vor dem Schloss Kumamoto findet man die Statue des Erbauers, Kato Kiyomasa.
Die Burg wurde im Erdbeben 2016 teilweise zerstört, noch heute sind die Auswirkungen sichtbar.
Die schwarze Burg mit den weissen Dächern ist sehr hübsch.
Im Innern der Burg kann man mithilfe dieses Modells die Bauweise der Burg kennenlernen.
An diesem Modell sieht man die Zerstörung der Burg durch das Erdbeben. Da die Burg erst im Jahr 1960 rekonstruiert wurde, ist der Schaden glücklicherweise nicht allzu gross.
Die schwarz-weiss Optik der Burg gefällt mir sehr gut.
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